5.9.21 MIDIDSSAGE – Workshop Mansa Sabaghian

Ein Zeichen-Workshop mit Mansa Sabaghian widmet sich der „Pfanzlichen Ornamentik, Geometrie und Kunst in iranischer Architektur“.

Dazu Mansa Sabaghian selbst:
In meiner Arbeit als Künstlerin, die ich aus dem Iran stamme, manifestieren sich – von der iranischen Architektur inspiriert – filigrane Strukturen und Liniennetzwerke als Ausdruck für komplexe Zusammenhänge auf der Erde sowie deren Schönheit und Verbundenheit.

Ich habe dazu das Konzept des Designs von Muqarnas in der iranischen Architektur erforscht. Muqarnas sind ein feingleideriges Gewölbesystem, mit dem in Moscheen und Mausoleen Kuppeln ausgebildet werden. Für [plan · e] habe ich das architektonische Konzept der Muqarnas dynamisiert mit sozialer Interaktion und lebendigem Austausch in Beziehung gesetzt und habe einen Dokumentarfilm über den interkulturellen Dialog zum Start von [plan · e] produziert, der vom Konzept der Einheit im vielgliedrigen Pluralismus der iranischen Architektur inspiriert ist.

Um das Zusammenspiel von kulturellem Erbe und lebendiger Erde auch anderen nahezubringen, organisierte ich einen Workshop zum Thema „Pflanzliche Ornamentik, Geometrie und Kunst in iranischer Architektur“. Zusammen mit türkischen, chinesischen und deutschen Kindern und Erwachsenen genossen wir die Welt der Pflanzenornamente der iranischen Kunst im Café ADA.

Hintergrundinfos:

Muqarnas ist eine Form von verzierten Gewölben in der islamischen Architektur, die „geometrische Unterteilung eines Squinch oder Kuppel oder Konsolen, in eine große Anzahl von Miniatur Squinches, die eine Art zelluläre Struktur produzieren“, manchmal auch eine „Waben“ Gewölbe genannt. Es wird für Kuppeln, und insbesondere Halbkuppeln in Eingängen, iwans und Apsiden verwendet, meist in traditioneller persischer Architektur. Wo einige Elemente nach unten ragen, kann der Stil mocárabe genannt werden; diese erinnern an Stalaktiten und werden manchmal „Tropfsteingewölbe“ genannt.
https://www.hisour.com/de/muqarnas-32205/

„Die Muqarnas sind eine Form, die die Ideale der islamischen Zivilisation verkörpert: Ihre physische Form, die sich durch Fließfähigkeit und Replikation auszeichnet, basiert sowohl auf islamisch-theologischen als auch auf profanen bautechnischen Grundsätzen.
(…)
Es gibt vier Hauptmerkmale, die das Erscheinungsbild des Muqarnas kennzeichnen.

  • Erstens ist er dreidimensional und sorgt so für Volumen in den Bauwerken.
  • Zweitens ist das Ausmaß dieses Volumens variabel. Diese Variabilität ermöglichte es den Architekten, die Muqarnas als rein architektonisches Element zur Unterstützung einer Struktur oder als dekoratives Element einzusetzen.
  • Ein drittes Merkmal ist, dass die Muqarnas keine logischen oder mathematischen Grenzen kennen. Keines seiner Elemente ist eine endliche Kompositionseinheit; folglich gibt es keine logischen oder mathematischen Grenzen, die den Umfang der Komposition eines muqarnas begrenzen. In diesem Sinne ist es vielleicht sinnvoll, die abgestuften Wabenmuster der Muqarnas mit einer Figur wie dem Fraktal zu vergleichen. Das Fraktal, dessen Form durch eine einfache algebraische Gleichung bestimmt wird, kennt ebenfalls keine Grenzen und kann sich bis ins Unendliche ausdehnen. Ebenso ist die Komplexität der Muqarnas nur durch die Fähigkeiten des Architekten und des Erbauers begrenzt.
  • Das vierte Merkmal der Muqarnas ist, dass eine dreidimensionale Einheit aufgrund ihres variablen Volumens leicht in eine zweidimensionale Figur umgewandelt werden kann.

Die islamische Spiritualität sieht also eine direkte Verbindung zwischen dem Intellekt und dem Geist. Diese Beziehungen werden im Wesentlichen in räumliche Metaphern übertragen. Das Intellektuelle und das Spirituelle sind Möglichkeiten, die körperliche und die unsichtbare Welt, die sich überschneiden, zu begreifen. Die mathematische Struktur der islamischen Kunst und Architektur spiegelt den Punkt wider, an dem das Intellektuelle in das Spirituelle übergeht. Die Wiederholung als solche hat eine konzeptionelle Funktion. Sie soll einen Raum bieten, in dem Spannungen aufgelöst werden: Trotz der komplizierten Komplexität der muqarnas wird ihre Form auch durch konstante Regeln bestimmt, die die Beziehungen zwischen ihren Bestandteilen vorgeben.

Für den Westler sind Form und Funktion voneinander getrennt: Häufig wird das eine auf Kosten des anderen geopfert. Elemente wie die Muqarnas zeigen jedoch, dass sich in der islamischen Architektur praktische Anwendungen und ästhetische Überlegungen häufig überschneiden.

Übersetzt mit: DeepL Translate – Der präziseste Übersetzer der Welthttps://www.deepl.com/translator

https://www.encyclopedia.com/science/encyclopedias-almanacs-transcripts-and-maps/muqarnas-key-component-islamic-architecture

Dies ist das wichtigste Nachschlagewerk über Muqarnas, das auch kostenlos heruntergeladen werden kann:
Necipoğlu: The Topkapı Scroll–Geometry and Ornament in Islamic Architecture: Topkapı Palace Museum Library MS H.1956 (Santa Monica, 1995)
[includes an essay on the geometry of the muqarnas by Mohammad al-Asad]
https://www.getty.edu/publications/virtuallibrary/pdf/9780892363353.pdf

Muqarnas by Yasser Tabbaa
https://www.oxfordartonline.com/groveart/view/10.1093/gao/9781884446054.001.0001/oao-9781884446054-e-7000060413

Bilder von Muqarnas:
muqarnas – Ecosia – Images

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