[plan · e]: Planet Erde – das Thema

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“
Albert Schweitzer

Unser blauer Planet ist eigentlich eine grüne Welt. Das Leben auf der Erde ist ein Glücksfall im Universum, an dem wir teilhaben. Vor über 300.000 Jahren sind die ersten Menschen auf der Erde aufgetaucht, im letzten Jahrhundert wurden wir zur naturgestaltenden globalen Macht. Gegenwärtig leben wir über unsere Verhältnisse, wir ruinieren unsere Lebensgrundlagen und diejenigen anderer Arten. Wir Menschen als eigentlich kleiner Teil des Netzwerks der Natur überlasten die Erde, die uns trägt und ernährt. Wir müssen uns also zu unserem eigenen Überleben vielfältig vernetzen und anderes Leben wertschätzen lernen. Denn wenn ein Netz zu große Maschen bekommt, dann hält es nicht mehr. Wir sind hier und heute die Handelnden, wir prägen die Erdgeschichte, aber ohne das Leben auf der Erde in seiner Gesamtheit zu verstehen. Angesichts dieses Dilemmas besteht ethisches Handeln darin, dass ich mich genötigt fühle, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen wie dem eigenen Leben.

Mit der Aktion [plan · e] stellen wir uns der Frage, was kann ich auf dieser unserer Erde dazu beitragen? Wie können wir hier und jetzt damit anfangen?

Die Rede vom Neustart, nicht nur der Kultur, impliziert schnell, das vorher eine tabula rasa existiert oder geschaffen werden muss, aber das ist ein Illusion. Aus dem Kontinuum von Raum und Zeit kommen wir nicht heraus. Wir sind immer schon mittendrin in unserer Geschichte und haben unseren Platz auf der Erde. Unsere Herausforderung ist also eine beständige Kommunikation des gesamten ökologischen Haushalts der Erde: der Menschen, aber auch der Dinge und der Tiere wie Pflanzen als gemeinsam Handelnder und von ihrem Handeln Betroffener (Das terrestrische Manifest, Bruno Latour). Dafür braucht es mehr Wertschätzung der Menschen, der lebendigen Natur, der begrenzten Erde.

Die konkreten Fragen, die wir uns mit [plan · e] stellen, handeln von unserem Verhältnis zur Erde als komplexen Gesamtorganismus des Lebens und unserer Stellung in ihm:

  • Was will ich auf dieser Erde?
  • Was bedeutet uns unser je eigener Flecken Erde? Wann wird er für uns zur Heimat Erde?
  • Welches Verhältnis habe ich zur Erde?
  • Welchen Raum geben wir selbst dem Genie der Natur?

Darüber wollen wir in den nächsten Sommermonaten an ausgesuchten Orten in Wuppertal, die für kulturelle Diversität, Inklusion, Natur und Kunst stehen miteinander anhand von persönlichen Fundstücken, Geschichten, Erinnerungen und Kunstwerken oder -aktionen ins Gespräch kommen. Dazu brechen wir real wie digital in die Stadt auf, lassen uns von den Besonderheiten der Initiativen vor Ort und am 20. Juni beim ‚Tag des guten Lebens‘ von der partizipativen Kunstaktion „wERDschätzung“ inspirieren.

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